In Nordrhein-Westfalen lernen Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse nicht nur Englisch, sondern auch eine zweite Fremdsprache. Doch was ist diese zweite Sprache wirklich? Die Antwort ist einfach: Francösisch. Es ist die am häufigsten gewählte zweite Fremdsprache an weiterführenden Schulen in NRW - und das schon seit Jahrzehnten.
Andere Sprachen wie Spanisch oder Italienisch gibt es zwar auch, aber meist nur als Wahlfächer ab der siebten Klasse. An vielen Schulen ist Französisch Pflicht, wenn man den Abiturweg einschlägt. Das liegt nicht an der Beliebtheit der Sprache, sondern an der Struktur des Schulsystems. NRW hat klare Vorgaben: Wer ab Klasse 5 mit Englisch beginnt, muss ab Klasse 6 eine zweite Fremdsprache wählen - und Französisch ist die Standardoption.
Einige Schulen bieten heute auch Latein als zweite Sprache an - aber nur als Alternative für Schüler, die später Medizin oder Philosophie studieren wollen. Und auch Spanisch wird immer beliebter. In einigen Städten wie Köln oder Münster gibt es Schulen, die Spanisch als zweite Sprache anbieten, aber nur, wenn genug Eltern und Schüler das verlangen. Die Mehrheit der Schulen bleibt aber bei Französisch.
Interessant: In Städten mit starken französischen Verbindungen - wie Aachen, nahe der belgischen und französischen Grenze - ist der Anteil noch höher. In Münster oder Bielefeld dagegen steigt die Nachfrage nach Spanisch langsam, aber stetig. Dennoch: Die Landesregierung hat bisher keine Pläne, Französisch abzuschaffen. Es gilt als Teil der kulturellen Identität NRWs.
Ein Versuch in der Stadt Bochum, Spanisch als zweite Sprache einzuführen, scheiterte 2023 an mangelnden Lehrkräften. Es gibt einfach nicht genug qualifizierte Spanischlehrer, die auch die Prüfungsanforderungen kennen. Französisch dagegen hat eine lange Tradition: Fast jede Schule hat mindestens zwei Lehrer, die Französisch unterrichten können. Und die Prüfungen sind seit Jahren gleich - das macht es für Schüler und Lehrer berechenbar.
Das bedeutet: Wenn du Französisch nicht magst, musst du dich anstrengen - oder dich auf andere Schulformen umschauen. Viele Schüler fühlen sich überfordert, wenn sie drei Sprachen auf einmal lernen: Muttersprache, Englisch, Französisch. Aber die Vorteile sind real. Wer Französisch beherrscht, hat bessere Chancen bei Austauschprogrammen in Frankreich, Belgien oder Kanada. Und viele Universitäten in Deutschland verlangen Französischkenntnisse für Fächer wie Jura, Politikwissenschaft oder Internationale Beziehungen.
Die Landesregierung hat 2025 einen Pilotversuch gestartet: In zehn Schulen in Düsseldorf, Essen und Leverkusen wird jetzt Spanisch als zweite Sprache angeboten - parallel zu Französisch. Die Schüler dürfen wählen. Die ersten Ergebnisse zeigen: 60 % der Eltern wählen Spanisch, wenn sie die Wahl haben. Aber das heißt nicht, dass Französisch verschwindet. Es bleibt die Standardoption - bis jemand eine bessere Lösung findet.
Die Wahrheit ist: Du musst Französisch nicht lieben - aber du solltest es lernen. Es ist kein Test, sondern eine Tür. Und in Nordrhein-Westfalen ist diese Tür noch immer mit dem Namen „Französisch“ beschriftet.
Nein, aber an den meisten öffentlichen Gymnasien und Gesamtschulen ist es die Standardoption. Es gibt Ausnahmen: Einige Schulen bieten Spanisch oder Niederländisch als Alternative an, besonders in Regionen mit starker internationaler Verflechtung. Privatschulen und bilinguale Schulen haben oft andere Regeln.
Weil das Schulsystem auf Französisch eingerichtet ist - von Lehrplänen über Prüfungen bis hin zu Lehrkräften. Um auf Spanisch umzustellen, bräuchte man neue Lehrer, neue Bücher und eine neue Prüfungsstruktur. Das kostet Zeit und Geld. Einige Schulen testen Spanisch schon, aber eine flächendeckende Änderung ist noch nicht beschlossen.
Ja, aber nur, wenn du es nicht als Leistungskurs gewählt hast. Die Grundkenntnisse in zwei Fremdsprachen sind Voraussetzung für das Abitur. Du kannst Französisch als Grundkurs belegen und stattdessen einen anderen Leistungskurs wählen - aber du musst bis zur zehnten Klasse mindestens zwei Sprachen gelernt haben.
Ja, aber nur in wenigen Fällen. In Düsseldorf, Essen und Leverkusen starten seit 2025 zehn Schulen mit einem Pilotprojekt, bei dem Schüler zwischen Französisch und Spanisch wählen können. An den meisten Schulen bleibt Französisch die einzige Option, die direkt nach Englisch folgt.
Weil Chinesisch zu komplex ist, um es als zweite Fremdsprache ab der sechsten Klasse einzuführen. Es braucht jahrelange Einarbeitung, spezielle Lehrkräfte und Materialien - und es gibt kaum Lehrer in NRW, die Chinesisch auf Hochschulniveau unterrichten können. Es wird nur als Zusatzangebot in einigen Schulen als AG oder in der Oberstufe angeboten.
Peter Rey
17 12 25 / 12:46Französisch? Ach komm, das ist doch nur, weil die Lehrer noch aus den 80ern kommen und denken, dass Napoleon noch regiert. 😏
Spanisch ist doch die Zukunft. Aber nein, lieber noch ein bisschen mehr ‘Bonjour, je m’appelle Pierre’.
Seraina Lellis
18 12 25 / 02:32Ich finde es wirklich wichtig, dass Französisch als zweite Sprache erhalten bleibt – nicht nur aus historischen Gründen, sondern weil es eine unglaublich präzise Sprache ist, mit einer Grammatik, die das Denken strukturiert. Viele Schüler scheitern nicht an der Sprache, sondern an der falschen Vermittlung: zu viel Vokabeln, zu wenig Kontext. Wenn man Französisch als Kultur- und Denkwerkzeug vermitteln würde, statt als Prüfungs-Hürde, wäre es viel attraktiver. Ich selbst habe es in der 6. Klasse gehasst – bis ich französische Filme ohne Untertitel verstand. Dann war es plötzlich kein Pflichtfach mehr, sondern ein Fenster.
Mischa Decurtins
19 12 25 / 09:05Leute das ist doch lächerlich Spanisch ist doch die Sprache der Zukunft und ihr hängt an Französisch wie an einer alten Jeans die nicht mehr passt aber trotzdem nicht wegwerft weil man sie mal geliebt hat
Warum nicht endlich realistisch werden
Yanick Iseli
19 12 25 / 11:03Es ist nicht ‘nur’ eine Sprache – es ist ein kulturelles Fundament. Französisch verbindet NRW mit der europäischen Geistesgeschichte, mit der Diplomatie, mit der Philosophie. Wer das abschaffen will, versteht nicht, was Bildung bedeutet. Spanisch ist nützlich – aber nicht heilig. Und nein, die Tatsache, dass 60 % der Eltern es wählen, macht es nicht richtig. Es ist nicht eine Wahl zwischen Supermarkt-Produkten. Es ist eine Bildungspolitik.
Stephan Schär
19 12 25 / 23:40HAHAHAHAHA 😂😂😂
Ich hab’s gewusst – die Schulen in NRW sind ein Zeitreise-Museum mit Schultafel und Kreide. Spanisch? Nein, lieber noch ‘Je suis fatigué’ nach der 10. Klasse, weil das ‘traditionell’ ist. Ich hab’s gelernt, weil ich’s musste – und jetzt kann ich in Paris die Toilette finden. Aber sonst? Nö. 😅
Wann kommt endlich ‘Deutsch als zweite Sprache’ für Ausländer? 🤭
Joel Lauterbach
21 12 25 / 20:35Stimmt, Französisch ist Pflicht – aber nur weil es so ist. Kein Grund, warum es nicht auch Spanisch sein könnte. Die meisten Schüler lernen es nur, weil sie keine Wahl haben. Wenn man es frei stellen würde, würden viele es wählen. Aber die Infrastruktur ist halt langsam. Nicht böse gemeint, aber realistisch gesehen: Es ist ein System, das sich selbst erhält.
Dieter Krell
23 12 25 / 20:02Ich find’s krass, dass wir hier über Sprachen diskutieren, als wären sie fossile Funde. In der Schule hab ich Französisch gehasst – aber dann hab ich in Lyon einen Job gemacht und plötzlich war’s cool. Warum? Weil ich’s brauchte. Vielleicht ist das der Punkt: Sprachen sind nicht nur für Noten, sondern für Verbindungen. Und wenn Spanisch mehr Verbindungen bringt – warum nicht? Aber ich versteh auch, dass Umstellen teuer ist. Vielleicht braucht’s einfach mehr Pilotprojekte. Und weniger Dogma.
Astrid Shapiro
25 12 25 / 10:26Die Ignoranz hier ist erschreckend. Wer Französisch abschaffen will, ignoriert nicht nur die Geschichte – er ignoriert die soziale Ungleichheit. Schüler aus bildungsfernen Familien haben keine Chance, Spanisch privat zu lernen. Französisch ist die einzige Sprache, die allen gleich zugänglich ist. Wer hier ‘Chancengleichheit’ fordert, sollte erstmal aufhören, die Schulpolitik als lästige Pflicht zu sehen. Das ist kein Trend, das ist Bildungsgerechtigkeit.
Runa Kalypso
26 12 25 / 07:06ich weiss nich ob das richtig is aber ich hab gelesen das in manchen schulen in köln jetzt spanisch angeboten wird und das ist mega gut weil meine schwester hat es gewählt und sie is viel glücklicher als mit französisch
und ich glaub das ist der zukunft
Catharina Doria
28 12 25 / 06:30Die Diskussion ist völlig verfehlt. Es geht nicht um ‘Französisch vs. Spanisch’ – es geht um strukturelle Ineffizienz. Die Schulbehörden haben seit 2010 gewusst, dass der Lehrkräftemangel bei Französisch zunimmt, aber sie haben nichts getan. Stattdessen haben sie einfach die gleichen Lehrpläne kopiert, die aus den 90ern stammen. Jetzt, wo Spanisch als Pilotprojekt läuft, wird plötzlich ‘Kultur’ und ‘Tradition’ bemüht, als wäre das ein Argument und nicht ein Deckmantel für Untätigkeit. Die 60 %, die Spanisch wählen, sind kein Zufall – das ist die Stimme einer Generation, die endlich sagt: ‘Wir wollen nicht mehr lernen, was uns nicht mehr dient.’ Und nein, ‘Bildung’ ist nicht gleichbedeutend mit ‘Schmerz’. Es ist Zeit für eine echte Reform – nicht für weitere Pilotprojekte, die nur aus PR-Gründen existieren.