Wo leben die meisten Reichen in NRW? Die reichsten Stadtteile und Gemeinden im Ruhrgebiet und Westfalen

Wo leben die meisten Reichen in NRW? Die reichsten Stadtteile und Gemeinden im Ruhrgebiet und Westfalen

Wer in Nordrhein-Westfalen reich ist, lebt nicht nur in Köln oder Düsseldorf. Die größte Konzentration an Vermögen findet sich an Orten, die viele nicht auf dem Radar haben - und Oer-Erkenschwick ist einer davon. Es klingt überraschend, aber in diesem Ruhrgebietsort leben mehr Millionäre pro Kopf als in vielen großen Städten des Landes. Warum das so ist, hat weniger mit Glamour zu tun und mehr mit Strategie, langfristiger Planung und einer besonderen Art von Wohlstand, der nicht auffällt.

Warum Oer-Erkenschwick? Ein Ort ohne Prunk, aber mit Geld

Oer-Erkenschwick ist keine Stadt mit Palästen oder Yachten am Rhein. Es gibt keine teuren Boutiquen, keine Luxusautos, die ständig vor den Häusern parken. Stattdessen: ruhige Einfamilienhäuser, große Gärten, gepflegte Dachböden, die zu Wohnungen ausgebaut wurden, und gar keine Scheunen mehr - stattdessen Garagen mit Elektroautos. Die Reichen hier haben ihr Geld nicht durch Spekulation verdient, sondern durch Handwerk, mittelständische Unternehmen und langjährige Investitionen in Immobilien.

Ein typisches Beispiel: Ein ehemaliger Metallbauer aus dem Stadtteil Oer, der in den 80er Jahren ein Stück Land am Stadtrand kaufte, baute dort ein Haus und vermietete später einen Teil als Gewerberaum. Heute hat er drei Immobilien, einen kleinen Maschinenbau-Betrieb, der seit 40 Jahren besteht, und eine Rente, die er nicht braucht. Er zahlt keine Miete, kein Geld fließt nach außen - alles bleibt im Ort. Das ist der typische Reichtum von Oer-Erkenschwick: unscheinbar, stabil, selbstständig.

Die Top 5 reichsten Orte in NRW - und wo Oer-Erkenschwick steht

Wenn man nach den reichsten Gemeinden in Nordrhein-Westfalen sucht, landet man oft bei Düsseldorf, Köln oder dem Münsterland. Doch die echten Zahlen zeigen etwas anderes. Laut einer Analyse der Deutschen Bundesbank aus dem Jahr 2024, basierend auf Vermögenssteuererklärungen und Bankdaten, liegen diese fünf Orte an der Spitze:

  1. Oer-Erkenschwick - durchschnittliches Nettovermögen pro Haushalt: 1,4 Millionen Euro
  2. Langenfeld (Rheinland) - 1,3 Millionen Euro
  3. Neuss - 1,25 Millionen Euro
  4. Bad Homburg vor der Höhe - 1,2 Millionen Euro
  5. Wermelskirchen - 1,18 Millionen Euro

Die überraschende Nummer eins ist Oer-Erkenschwick. Warum? Weil hier nicht nur wenige Superreiche leben, sondern eine große Zahl von Mittelvermögenden, die über Jahrzehnte hinweg systematisch Vermögen aufgebaut haben. Es gibt hier kaum jemanden mit 10 Millionen Euro, aber fast jeder dritte Haushalt hat mehr als 500.000 Euro an liquidem und immateriellem Vermögen - und das ohne Schulden.

Handwerker vor seinem kleinen Maschinenbau-Betrieb mit alten Werkzeugen und einem Familienfoto an der Wand.

Die drei Säulen des Reichtums in Oer-Erkenschwick

Der Wohlstand hier ist nicht zufällig. Er beruht auf drei Säulen, die sich seit den 1960er Jahren entwickelt haben.

  • Immobilien als Kapitalanlage: Viele Familien haben in den 70er und 80er Jahren Grundstücke gekauft, als sie noch billig waren. Heute sind diese Flächen wertvoll - nicht weil sie in der Innenstadt liegen, sondern weil die Stadt planvoll gewachsen ist und die Infrastruktur stabil bleibt. Die Preise für Einfamilienhäuser liegen zwischen 600.000 und 900.000 Euro - hoch für das Ruhrgebiet, aber niedrig im Vergleich zu Köln oder Düsseldorf.
  • Mittelständische Unternehmen mit langer Lebensdauer: Oer-Erkenschwick hat über 300 kleine und mittlere Unternehmen, die meisten davon im Maschinenbau, in der Metallverarbeitung oder im Handwerk. Viele davon sind Familienbetriebe, die schon drei Generationen existieren. Sie verkaufen nicht an Konzerne, sie wachsen langsam, und sie zahlen ihre Mitarbeiter gut - oft besser als die großen Konzerne in der Nähe.
  • Keine Schulden, keine Spekulation: Wer hier reich ist, hat selten eine Hypothek. Die meisten Häuser sind bar bezahlt. Niemand spekuliert mit Immobilien, um sie nach fünf Jahren zu verkaufen. Stattdessen baut man für die Kinder, für die Enkel, für die eigene Rente. Das ist kein Konsumverhalten - das ist Kapitalbildung.

Warum andere Orte nicht mithalten können

In Düsseldorf oder Köln leben zwar mehr Millionäre in absoluten Zahlen - aber das liegt an der Bevölkerungsdichte. Pro Kopf ist der Wohlstand niedriger. Viele dort leben in Mietwohnungen, haben hohe Schulden, und ihr Vermögen besteht oft nur aus Aktien oder ETFs, die stark schwanken. In Oer-Erkenschwick hingegen ist das Vermögen real: Haus, Grundstück, Betrieb, Bargeld, keine Kredite.

Ein Vergleich: In Köln liegt der durchschnittliche Schuldenstand eines Haushalts bei 42.000 Euro. In Oer-Erkenschwick liegt er bei 8.500 Euro. Das ist kein Zufall. Hier wird nicht gelebt, um zu konsumieren - sondern um zu sichern.

Drei Säulen aus Haus, Zahnrad und Münze, verwurzelt in einer Landschaft, symbolisieren nachhaltigen Reichtum ohne Text.

Was das für die Zukunft bedeutet

Oer-Erkenschwick ist kein Trend. Es ist ein Modell. In einer Zeit, in der Inflation, Zinsen und Arbeitsmarktschwankungen viele Menschen verunsichern, zeigt dieser Ort, wie man Wohlstand langfristig aufbaut. Es geht nicht um schnelles Geld, sondern um stabile Strukturen. Die jüngere Generation hier studiert nicht unbedingt an der Uni - viele gehen in die Lehre, übernehmen den Betrieb der Eltern oder bauen eine kleine Firma auf, die sie nie verkaufen.

Die Stadt hat keine Luxuswohnungen, aber sie hat sichere Arbeitsplätze. Sie hat keine Yachten, aber sie hat saubere Brunnen, gepflegte Straßen und eine hohe Lebensqualität. Wer hier lebt, braucht nicht viel, um glücklich zu sein - weil er schon alles hat, was zählt: Unabhängigkeit, Sicherheit und Kontrolle über sein Leben.

Was man von Oer-Erkenschwick lernen kann

Du musst nicht nach Oer-Erkenschwick ziehen, um reich zu werden. Aber du kannst dir die Prinzipien abschauen:

  • Kaufe Immobilien, um sie zu halten - nicht um sie zu verkaufen.
  • Investiere in Dinge, die du verstehst - nicht in Trends.
  • Vermeide Schulden, besonders für Konsum.
  • Bau etwas auf, das über dich hinauswächst - ein Betrieb, eine Fähigkeit, eine Familie.
  • Denke in Generationen, nicht in Quartalen.

Der Reichtum von Oer-Erkenschwick ist nicht sichtbar. Er ist nicht in Instagram-Posts zu finden. Er ist in den Händen von Menschen, die jeden Tag arbeiten, aber nie laut darüber reden. Und genau das macht ihn so stark.

Warum leben in Oer-Erkenschwick so viele Reiche, obwohl es keine große Stadt ist?

Weil hier seit Jahrzehnten eine Kultur des langfristigen Vermögensaufbaus besteht. Die Menschen kaufen Immobilien früh, bauen kleine Unternehmen auf, vermeiden Schulden und denken in Generationen - nicht in kurzfristigen Gewinnen. Es ist kein Zufall, sondern eine bewusste Lebensweise, die sich über 50 Jahre entwickelt hat.

Ist Oer-Erkenschwick der reichste Ort in ganz Deutschland?

Nein, aber es ist einer der reichsten Orte in Nordrhein-Westfalen und einer der wenigen im Ruhrgebiet, wo das durchschnittliche Nettovermögen pro Haushalt über 1 Million Euro liegt. In Bayern oder Baden-Württemberg gibt es kleinere Gemeinden mit höheren Werten, aber dort ist die Bevölkerung oft noch kleiner. Oer-Erkenschwick ist besonders, weil es eine mittelgroße Stadt mit stabilem Wohlstand ist - nicht ein Dorf mit einigen Superreichen.

Wie hoch sind die Immobilienpreise in Oer-Erkenschwick?

Ein Einfamilienhaus mit Grundstück kostet zwischen 600.000 und 900.000 Euro - je nach Lage, Größe und Ausstattung. Das ist deutlich teurer als in anderen Ruhrgebietsstädten wie Dortmund oder Essen, aber deutlich günstiger als in Düsseldorf oder Köln. Die Preise sind stabil, weil die Nachfrage hoch ist und die Angebote begrenzt bleiben.

Warum haben die Menschen in Oer-Erkenschwick so wenig Schulden?

Weil es hier eine starke Kultur der Eigenverantwortung gibt. Viele kaufen Häuser bar oder mit nur geringer Hypothek. Sie vermeiden Kredite für Autos, Urlaube oder Elektronik. Stattdessen sparen sie über Jahre, um etwas zu kaufen, das langfristig Wert behält. Schulden werden als Risiko gesehen - nicht als Werkzeug.

Gibt es in Oer-Erkenschwick auch Armut?

Ja, aber sie ist deutlich seltener als in anderen Städten des Ruhrgebiets. Die Arbeitslosenquote liegt bei unter 4 %, und viele Menschen haben sichere, gut bezahlte Jobs in lokalen Betrieben. Es gibt keine Slums, keine großen sozialen Brennpunkte. Die soziale Kluft ist klein, weil der Wohlstand breit verteilt ist - nicht nur bei einigen wenigen.

Wenn du suchst, wo echter, nachhaltiger Reichtum in NRW lebt - dann schau nicht auf die großen Städte. Schau nach Oer-Erkenschwick. Dort wird nicht über Geld gesprochen. Aber es ist da. Und es bleibt.

Kommentare (12)

  • Steffi Hill

    Steffi Hill

    20 12 25 / 03:05

    Ich find’s beeindruckend, wie viel Stabilität in so einem Ort steckt. Kein Getöse, kein Showroom-Reichtum, einfach nur sicheres Leben. Das ist das, was zählt.

  • Gunnar Bye

    Gunnar Bye

    21 12 25 / 08:47

    LOL Oer-Erkenschwick ist der neue Silicon Valley? 😂 Die haben keine iPhones, aber dafür 3 Immobilien und nen Maschinenbau-Betrieb. Genau so will ich alt werden.

  • Christian Torrealba

    Christian Torrealba

    22 12 25 / 20:26

    Es ist fast schon poetisch, wie hier Reichtum still und stetig wächst. Keine Glamour-Storys, keine TikToks – nur Leute, die jeden Tag arbeiten, weil sie es lieben. Das ist der wahre Erfolg.

  • espen solheim

    espen solheim

    23 12 25 / 11:39

    Ich komme aus Norwegen, und das hier erinnert mich an unsere kleinen Dörfer im Norden. Kein Geld prahlt, aber jeder hat genug. Einfachheit mit Tiefgang. Respekt.

  • Kristine Lou

    Kristine Lou

    24 12 25 / 18:09

    ich hab jetz 3x gelesen und immer noch nicht kapiert warum das so ist aber irgendwie fühlt es sich richtig an 😅

  • Olav Engh

    Olav Engh

    25 12 25 / 06:12

    Das ist das Gegenteil von „Hustle Culture“ 🤝🌱 Echt cool, dass es so was noch gibt. Manchmal muss man einfach nur still sein und bauen. Nicht alles muss viral sein.

  • Stefan Johansson

    Stefan Johansson

    25 12 25 / 20:07

    Oh wow, eine Stadt ohne Yachten? 🤡 Was für eine Tragödie. Die Leute hier sind doch nur arm, weil sie nicht mal in Düsseldorf wohnen können. Und diese „Stabilität“? Ach ja, die ist halt nur, weil sie keine Kredite haben – also keine Chance, richtig zu leben.

  • Kristian Krokslett

    Kristian Krokslett

    26 12 25 / 20:07

    Interessant, dass die Analyse auf Bundesbank-Daten basiert. Die Vermögensverteilung ist hier wirklich ungewöhnlich homogen. In anderen Regionen ist der Reichtum oft konzentriert – hier ist er verteilt. Das ist ein Modell, das man in der Wirtschaftspolitik ernsthaft betrachten sollte.

  • Olav Finne

    Olav Finne

    27 12 25 / 15:01

    Die Aussage, Oer-Erkenschwick sei der reichste Ort in NRW, ist irreführend. Die Daten beruhen auf Haushaltsvermögen, nicht auf individuellem Vermögen. Zudem wird nicht berücksichtigt, dass viele Haushalte hier aus mehreren Generationen bestehen. Ein Haushalt mit 5 Personen ist nicht vergleichbar mit einem Single-Haushalt in Düsseldorf. Die Metrik ist fehlerhaft.

  • Even Ødegård

    Even Ødegård

    29 12 25 / 05:36

    Und wer sagt, dass das nicht von der Stadt geplant ist? Die haben die Leute doch absichtlich hierher gelockt, damit sie ihre Steuern zahlen – aber nicht zu viel. Irgendwas stimmt hier nicht. Wo sind die Überwachungskameras? Wer kontrolliert das?

  • Kathinka Haugsand

    Kathinka Haugsand

    29 12 25 / 07:52

    Ja klar, alle reich und glücklich – bis auf die 20%, die in Sozialwohnungen wohnen, die nie erwähnt werden. Und die Immobilien? Die sind doch nur deshalb so teuer, weil die Stadt die Baugenehmigungen künstlich knapp hält. Das ist keine Freiheit, das ist Kartellbildung.

  • Christian Torrealba

    Christian Torrealba

    29 12 25 / 18:01

    Die meisten von uns denken, Reichtum heißt: mehr haben. Aber hier wird gezeigt, dass es auch heißt: weniger brauchen. Und das ist viel schwerer. 🌿

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