1802 Landvermesser setzt Grenzverlauf fest 
Gerd Clarenbach

Über die Teilung von Oerer und Diller Mark haben wir unserer Reihe über die Herrschaft des Herzogs von Arenberg über das Vest bereits mehrfach berichtet. In der heutigen Folge berichtet Heimatforscher Gerhard Clarenbach über die Vermessung, die im Jahr 1802 von Franz-Anton Bracht angeregt wurde und die eine exakte Markierung des Grenzverlaufes ermöglichen sollte.

"Anlässlich eines Schnatganges des Oer-Erkenschwicker Vereines für Orts- und Heimatkunde veranlasste ich, dass vom städtischen Bauhof am geschichtlichen Lehrpfad in der Haard das Schild "Grenze zwischen Oerer und Diller Mark" aufgestellt wurde. Dort befand sich auch die ehemalige Scheinzeche, von der nur der "Fledermausbunker" übrig geblieben ist. Von dem Schild läuft die Grenze schnurgerade auf das Freibadgelände zu. Bei der Aufstellung des Schildes wusste ich noch nicht, dass diese Grenze mit Franz- Anton Bracht, dem Erbauer der Dillenburg in Rapen zu tun hat, erklärt Gerhard Clarenbach.

1802 schreibt Bracht als domkapitularischer Verwalter und Markenrichter der Oerer Mark mehrmals seinen Kollegen, den substituierten (untergeordneten) Markenrichter der Diller Mark namens Edmund Billmann an. Das adelige Haus Gutacker (Schloss bei Rapen) und das Stift Flaesheim stritten sich um dieses Amt.
Für die täglichen Geschäfte hatten sie sich offensichtlich geeinigt, den Anwalt Dr. Edmund Billmann mit dem Markenrichteramt zu beauftragen. Edmund Billmann stieg übrigens in der Arenbergzeit noch zu hohen Ehren auf.

Bracht schreibt, dass die Scherner (Waldaufseher) der beiden aneinander grenzenden Marken Grenzsteine setzen wollten, weil dies für eine eventuelle Markenteilung notwendig sei
Der genaue Grenzverlauf war nämlich unbekannt. Es gab allerdings zwei alte Grenzsteine, die von beiden Seiten anerkannt wurden.
Einer stand am Kohlweg (heute Buschstraße), der andere am Eichholtzberg (vor der Gernequelle). Sie waren "anderthalb viertel stund" von einander entfernt, und von dem einen zum anderen konnte man nicht schauen, so dass unbedingt Zwischensteine gesetzt werden müssten.

Der Landmesser habe darum von einem Punkt zum anderen eine gerade Linie "ausgestochen", auf die die Steine gesetzt werden könnte. Bracht hält allerdings die Anwesenheit beider Markenrichter für notwendig, falls Unstimmigkeiten aufträten. Er bittet Billmann darum, einen Tag festzusetzen, und für die Verkündigung der Maßnahme von den Kanzeln in Oer und Flaesheim zu sorgen, damit alle Markgenossen informiert seien.

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