1926 Die preußische Gemeindereform - Entstehung der Gemeinde "Oer-Erkenschwick" und Stadtwerdung

Ulrich Müter, "Rapen, 850 Jahre historische Bauerschaft"

Nach dem Gesetz vom 26. Februar 1926 über die Neuregelung der kommunalen Grenzen im Rheinisch-Westfälischen Industriebezirk entstand die Gemeinde Oer-Erkenschwick aus dem Dorf Oer, der Bauerschaft Erkenschwick und der Bauerschaft Rapen. Rapen gehörte bis dahin zur Gemeinde Datteln, Erkenschwick dagegen  zur Landgemeinde Recklinghausen.

Am 9. Mai 1926 fand die erste Kommunalwahl in der neuen Gemeinde statt. Der Rektor der katholischen Volksschule Rapen, Clemens Höppe (*6.12.1884 +9.11.1936) (Zentrum), wurde zum Gemeindeoberhaupt gewählt. Er blieb Gemeindevorsteher bis Hermann Weinert (KPD) mit den Stimmen der SPD am 17. Dezember 1929 zu seinem Nachfolger bestimmt wurde. Weinert durfte das Amt jedoch nicht antreten, weil er ein langes Vorstrafenregister hatte. Dann folgte ein skandalöses Zwischenspiel mit der 2. Wahl. Eine Stimme war gekauft worden. Mit der folgenden dritten Wahl wurde Heinrich Stegemann (Zentrum) Gemeindevorsteher. Näheres über die Vorgänge ist in der Chronik von Oer-Erkenschwick nachzulesen.[62] 

Dem Rat der Stadt Oer-Erkenschwick wurde am 17. Mai 1953 die Urkunde zur Stadtwerdung überreicht.

Nachzutragen ist, dass bis zum 31. Dezember 1964 Oer-Erkenschwick verwaltungsmäßig zum Amt Datteln gehörte. Die im Jahr 1975 durchgeführte NW-Gemeindereform brachte für unser Gebiet nichts neues. Man hatte erwogen, Horneburg einzugemeinden. Dieser Plan misslang.[63]

 
[62] Chronik der Stadt Oer-Erkenschwick, 1989, Stadt Oer-Erkenschwick, Seite 123
[63] Chronik der Stadt Oer-Erkenschwick, 1989, Stadt Oer-Erkenschwick Seite 153

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